Neueste Artikel

Schiff der Küstenwache in Kiel

Monatsnotiz Nochnmonat & Nochnmonat 2020

If the world isn’t turning
Your heart won’t return
Anyone, anything, anyhow


Travis, “Love will come through”

In diesen Tagen habe ich ein merkwürdiges Zeitgefühl, wie viele andere wohl auch. Die Zeit vergeht gleichzeitig wahnsinnig langsam und wie im Fluge. Alle Tage fließen ineinander über, und rückblickend ist alles irgendwie eine undefinierte Zeitmasse. Ich habe mich zwar mittlerweile an das Corona-Normal gewöhnt, aber normal ist es trotzdem nicht. Ich brauche für alles etwas länger als sonst, und meine Kräfte sind schneller aufgezehrt. Mag sein, dass andere die derzeitigen Umstände besser wegstecken als ich, aber ich glaube nicht, dass es irgendjemanden vollkommen kalt lässt.

openaccess.nrw

Im Projekt openaccess.nrw bereiten wir derzeit die Online-Bedarfserhebung vor, die Mitte des Monats starten soll und sich vor allem an die Wissenschaftler:innen an allen NRW-Hochschulen richtet. Obwohl die Umfrage online durchgeführt wird, erschwert die aktuelle Lage die Planung und Umsetzung doch ein wenig – Abstimmungsprozesse sind schwieriger, und Werbemaßnahmen wie Plakate, Flyer und Postkarten haben wenig Sinn. Wir hoffen, dass wir auch mit einer rein virtuellen Werbetrommel ausreichende Teilnahmezahlen erreichen.

Am 27.5. habe ich bei der #vBIB20 das Projekt präsentiert. Wie viele Veranstaltungen wurde der Bibliothekartag abgesagt, bei dem der Vortrag eigentlich hätte stattfinden sollen. #vBIB20 wurde in kürzester Zeit als Alternativveranstaltung organisiert, und auch wenn es ein paar technische Probleme gab und die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Teilnehmenden vielleicht besser hätten sein können, war es beeindruckend, was die Organisator:innen auf die Beine gestellt haben. Es war ein vielfältiges Programm, und ich freue mich schon darauf, einige der Beiträge, die ich verpasst habe, auf dem AV-Portal der TIB nachholen zu können.

Domain of One’s Own

In meinem kleinen Side-Project mit Christian Friedrich ging es auch weiter: Eine eigene Domain (pun intended) haben wir bereits angelegt, auf der allerdings bisher nur hinter den Kulissen etwas passiert. Für den Podcast haben wir bisher eine Nullnummer und eine erste Folge mit Gast aufgenommen, die zweite ist in Planung. Ich lerne dabei einiges über die Technik, und vielleicht sind meine Hardware und ich bis zur letzten Folge so weit, dass ich auch mal selber schneiden kann. 😉

Serientipp

Passend zur Pandemie habe ich in den letzten Wochen The Last Ship gebinged – jaja, ich weiß, auch nur wieder eine von Michael Bay produzierte Werbeserie für die US-Navy. Was soll ich sagen, ich habe einfach eine Schwäche für alles, was mit Schiffen zu tun hat. Und wenn man über den Patriotismus hinwegsieht und das meiste vergisst, was man im Drosten-Podcast (und im Bio-LK) über Viren gelernt hat, hält die Serie sogar den ein oder anderen Kommentar zu unseren Zeiten bereit. Jajaja, und natürlich Eye Candy, I’ll admit it.

Das Bild habe ich übrigens am vermutlich heißesten Tag des Sommers 2015 in Kiel aufgenommen. Die Schiffe der Bundes-Marine in Eckernförde waren immer zu weit entfernt. 😉

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Monatsnotiz März 2020: Was soll ich sagen …

Was anders wird, wohin es führt,
Wie viel es bedeutet, was hier passiert,
Wie lange es dauert, bis die Milch sauer ist,
Wie viel man behält und wie viel man vergisst.

In welcher Zeit – besser: wie viele Leben?
Mit wie viel Raum und worüber noch reden?
Und die Möbel noch umstellen, nur damit man vergisst,
Was man noch hat, aber trotzdem vermisst?

Kettcar, “Jenseits der Bikinilinie”

Es ist der erste Samstag im Monat und normalerweise würde ich mich heute Nachmittag mit meinem Laptop zu Starbucks ins Café setzen, in meinem Hipster-Achtsamkeitskalender die Monatsreflexion ausfüllen und darauf basierend die entsprechende Monatsnotiz schreiben. Normalerweise.

Mittlerweile wurde schon so viel über die Coronakrise geschrieben, dass man fast nur noch Allgemeinplätze beitragen kann. Ich hätte diese Notiz gerne geschrieben, ohne das Wort auch nur einmal zu erwähnen. Geht aber irgendwie nicht. Denn natürlich beeinflusst uns momentan nichts anderes so sehr, und das wird offensichtlich auch noch eine Weile so bleiben.

Rückblick

Ich bin tatsächlich erst seit dem 20. März im Home-Office (auch so ein lustiger denglischer Begriff, der im echten Englisch etwas ganz anderes bedeutet), aber an der FH Bielefeld wurde schon vorher der Betrieb nach und nach deutlich eingeschränkt, sodass wir kaum noch Kontakte hatten. Insgesamt betreffen die Einschränkungen meine Projekte nicht in einem dramatischen Ausmaß – viele geplante Aktivitäten lassen sich virtuell durchführen.

Veranstaltungen

Dass ich Anfang März noch in Berlin beim Barcamp Open Science und dem ersten Tag der Open Science Conference war, wirkt mittlerweile fast absurd. Ich habe dort einige interessante Projekte kennengelernt und vieles aufgeschnappt, das mir noch nicht bekannt war – es überwiegt am Ende jedoch leider ein weiteres Mal der Eindruck, dass die Open-Communities oft viel zu wenig über einander und die unterschiedlichen Themenbereiche wissen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass dort mehr Austausch stattfindet und mehr miteinander gesprochen wird, habe aber zugegebenermaßen auch immer noch keinen Vorschlag, wie das besser gefördert werden könnte.

Domain of One’s Own

Die Planungen zum Projekt Domain of One’s Own werden konkreter, Zuständigkeiten und Rollen wurden zurechtgeruckelt und wir haben uns an die neue Situation angepasst. Auch hier muss das ein oder andere virtuell durchgeführt werden, das sonst wahrscheinlich im persönlichen Gespräch vor Ort stattgefunden hätte, aber auch das stellt keine wahnsinnig großen Hürden dar.

openaccess.nrw

Hier wirkten sich die Einschränkungen auf die letzten Fokusgruppengespräche unserer Bedarfserhebung aus, sie fanden teilweise in kleinerer Runde und teilweise virtuell statt. Dennoch hatte dies keinen Einfluss auf die Ergebnisse, mit denen nun ein Fragebogen für die Online-Befragung erstellt werden kann, die im Sommer durchgeführt werden soll. Darüber hinaus haben wir die Ergebnisse der Ist-Standerhebung veröffentlicht.

Podcast Open EduRadio meets #hscamp20

Das Hochschulbarcamp, das Anfang März in Essen stattfinden sollte, war eine der ersten Veranstaltungen, die wegen der Pandemie abgesagt wurden. Eigentlich hätte ich dort gerne mit anderen ein paar Podcast-Versuche gemacht oder vielleicht sogar ein eigenes Konzept entwickelt. Stattdessen wurde ich eingeladen, bei einer Folge des Open EduRadio dabei zu sein und konnte immerhin so ein wenig Erfahrung sammeln.

Ausblick

Es wird sich wohl nicht viel ändern 😉

PS

Ja, mir ist klar, dass es in “Jenseits der Bikinilinie” um eine Trennung geht, aber ich finde den Refrain trotzdem so wahnsinnig passend für diese Zeit. Und als Anhängerin des New Criticism ist es mir eh egal, was uns der Autor damit sagen wollte. 😉

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Monatsnotiz Februar 2020: Frau Schulz malt

Stand back when the spirit comes

Pearl Jam, “Dance of the Clairvoyants”

Rückblick

Im Projekt openaccess.nrw herrschten interne Abstimmungsprozesse vor, und dann hat mich auch noch ein grippaler Infekt eine Weile ausgeschaltet, sodass es außer dem OERcamp wenig zu berichten gibt. Das reicht aber auch schon 😉

OERcamp/Hacks & Tools

Wie bereits erwähnt, werde ich am 20. und 21. Februar am OERcamp in Hamburg teilnehmen und dort hoffentlich in einer Session Input für mein Projekt sammeln können. Vielleicht kann ich bei der anschließenden Hacks & Tools sogar schon einen Prototyp entwickeln.

Das schrieb in der letzten Monatsnotiz als Ausblick. Ich hatte mir schon gedacht, dass es möglicherweise anders kommt, da sich auf Barcamps & Co. oft eine ganz eigene Dynamik entwickelt – das ist ja das Schöne an solchen Veranstaltungen. Dass ich mit dem Zuschlag für 5.000 Euro Förderung und einem neuen Projekt für mein Studium nach Hause fahren würde, hätte ich mir allerdings nicht ausgemalt. Dass ich für den Projektpitch zeichnen würde (siehe Beitragsbild), auch nicht.

Nun habe ich also zusammen mit Christian Friedrich eine Projektförderung gewonnen, um das Konzept Domain of One’s Own in Deutschland etwas bekannter zu machen. Da das Thema auch gut in mein Studium passt und sich auch mit DBR-Methoden beforschen lässt, habe ich kurzerhand meine Fragestellung fürs Projektmodul gewechselt. Das Thema Open Access für Studierende wird mich aber dennoch auch weiter beschäftigen.

Das Konzept und die Zeichnungen für unsere analoge Projektpräsentation habe ich mit Unterstützung der großartigen Véro angefertigt. Weitere Inspiration kam von Wir sind Helden und Bob Dylan, nur dass Christian umsichtiger mit meinen Kunstwerken umging.

Wer sich dafür interessiert, welche Ideen noch vorgestellt wurden und welche davon gefördert werden, und was sonst noch alles in diesen vier Tagen in Hamburg geschah, liest sich am besten die Tweets unter #OERcamp und #HOOUItYourself durch.

Ausblick

Das Hochschulbarcamp wurde leider abgesagt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen (sicherlich eine sinnvolle Entscheidung, aber ich hatte schon wieder so viele Pläne 😉 ). Die Open Science Conference findet nach aktuellem Stand statt, und ich plane, beim Barcamp und dem ersten Konferenztag dabei zu sein.

Anfang Februar erreichte mich dann auch die Nachricht, dass ich Ende März an der Open Science Staff Week an der NTNU in Trondheim teilnehmen kann – zunächst hatte ich eine Absage bekommen. Auch hier bin ich gespannt, ob die Veranstaltung tatsächlich stattfinden wird.

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Monatsnotiz Januar 2020

Det är då jag önskar att jag kunde
Stanna tiden, tysta alla nätverk, stoppa trafiken
En stilla bön om lugn igen

Kent, “Vals för Satan (din vän pessimisten)”

Rückblick

Der Januar kommt mir meist besonders lang vor, was vermutlich an der Mischung aus nachweihnachtlichem Blues, hohen Ausgaben, Mangel an Festen sowie dem Überfluss an Alltagsernüchterung und Dunkelheit liegt. Der Länge entsprechend voll war das Programm, sodass er nun plötzlich doch schon vorüber ist. Gerade in der letzten Januarwoche hat sich bei mir einiges ereignet.

openaccess.nrw

Wie vermutet nahm im Januar das Projekt openaccess.nrw Fahrt auf. Wir haben das Projekt in verschiedenen Gremien und Arbeitskreisen vorgestellt und die Bedarfserhebung abgeschlossen. Letzte Woche konnte ich auch im Rahmen des Projekts erstmalig zwei Webmeetings moderieren – zum Glück nicht alleine, da ich beim ersten Termin mit einem zweimaligen Bluescreen gleich den Supergau erlebte. Die Kolleginnen sind dankenswerterweise sofort eingesprungen und haben die Präsentation übernommen. Es hat dennoch sehr viel Spaß gemacht, und ich hoffe, dass sich mir in Zukunft noch häufiger Gelegenheiten bieten, on- oder offline zu moderieren.

Studium

Mein Studium kommt hingegen leider nicht ganz so in Fahrt, wie ich es mir wünschen würde – ich gebe sofort zu, dass die Studienorganisation neben dem Vollzeitjob keine leichte Aufgabe ist. Für das erste Modul habe ich immer noch keine Leistungen erbracht, weder optionale noch verpflichtende, und ich muss mich wirklich ein wenig ranhalten, wenn das noch klappen soll. So kam ein Gespräch mit meiner Wissenschaftscoachin Kerstin Mayrberger aber gerade recht, um mir einen Motivationsschub zu verschaffen – wir haben Inhalt und Vorgehen meines Projekts genauer abgesteckt, und das hat mir nicht nur für das eigentliche Projekt Antrieb gegeben, sondern auch für die unerledigten Aufgaben. Wenn es etwas Spruchreifes gibt, werde ich dazu auch hier im Blog etwas erzählen.

Und sonst so

Zusammen mit Gabi Fahrenkrog habe ich im September letzten Jahres eine Session beim stARTcamp meets HOOU in Hamburg angeboten. Mittlerweile gibt es eine schöne Site, die die Veranstaltung mit Videos und Textbeiträgen dokumentiert, und auch wir haben unser Videointerview mit einem Beitrag ergänzt.

Persönliches

Eigentlich schon Februar, aber da es gerade frisch ist, nehme ich es mit auf – ich habe das Wochenende in meiner Heimatstadt Bonn verbracht, um Freundinnen und Familie zu treffen. Von einem ausgedehnten Spaziergang im Kottenforst stammt das Beitragsbild. Außerdem habe ich es an diesem Wochenende gleich zweimal geschafft, einem Familienmitglied halbwegs erfolgreich zu erklären, was ich eigentlich beruflich (und nebenbei) so mache – das schaffe ich nicht immer.

Ausblick

Wie bereits erwähnt, werde ich am 20. und 21. Februar am OERcamp in Hamburg teilnehmen und dort hoffentlich in einer Session Input für mein Projekt sammeln können. Vielleicht kann ich bei der anschließenden Hacks & Tools sogar schon einen Prototyp entwickeln.

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Monatsnotiz Dezember 2019 – special edition mit Jahresreflexion

I can’t recall
Precise coordinates
I can’t recall
Entire relationships

Lloyd Cole, “Past Imperfect”

Rückblick und Ausblick

Das Jahr 2019 hat für mich sowohl im Privaten als auch im Beruflichen viele Veränderungen gebracht – tatsächlich wird mir wieder erst rückblickend deutlich, wie viel sich in den letzten Monaten in meinem Leben verändert hat. Da ich Anfang des Jahres allerdings noch davon ausging, spätestens im Sommer den Arbeitgeber wechseln zu müssen, weil mein erster Vertrag an der FH Bielefeld zu Ende Mai auslief, ich nun aber doch immer noch an der FH arbeite, fühlt sich die berufliche Veränderung gar nicht so gravierend an.

Objektiv hat sich jedoch einiges verändert, und die Auswirkungen werden auch das neue Jahr prägen: Das Projekt openaccess.nrw wird 2020 so richtig Fahrt aufnehmen und sicherlich das berufliche Feld dominieren. Gleichzeitig möchte aber natürlich auch nun nach dem offiziellen Start meiner Nebentätigkeit einige Energien in die Entwicklung dieses Bereichs stecken. Mit meinem Studium werden sich hier hoffentlich Synergien ergeben, insbesondere durch das Projekt, das ich im Rahmen des Projektmoduls plane. Hierzu wird es demnächst mehr geben.

Denkstoff

Seit Anfang 2019 nutze ich den “Achtsamkeits”-Kalender Ein guter Plan. Am Ende eines jeden Monats bietet er die Gelegenheit zur sogenannten Monatsreflexion, die für mich auch immer wieder eine Basis für die Monatsnotiz bildet. Dabei steht dort immer wieder die Frage, wofür ich dankbar bin, und das ist eine Frage, die ich mir seitdem häufiger stelle. Meine Antwort lautete 2019 immer wieder, dass ich unheimlich dankbar dafür bin, tolle Menschen kennengelernt zu haben, und dafür, dass sie mir immer wieder ihre Hilfe und ihren Rat angeboten haben, auch wenn wir uns teilweise noch gar nicht lange kannten.

Das ist für mich immer wieder ein kleines Wunder, denn Offenheit und Hilfe – ich möchte fast das altmodische Wort Menschenliebe verwenden – sind wohl keine Selbstverständlichkeit. Es ist etwas, das ich weiter pflegen, für mich bewahren und anderen entgegenbringen möchte, in allen Bereichen meines Lebens.

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Now open for business

Anfang dieser Woche saß ich mit meiner Chefin zusammen und wir besprachen neben dem aktuellen Projektgeschäft auch einige meiner anderen Pläne, wie z. B. meine Teilnahme am CfP der re:publica. Dabei wurde deutlich, dass es Zeit ist, meine “extracurriculären Aktivitäten” klarer von meiner Tätigkeit für die Hochschule zu trennen.

Natürlich befruchten sich alle diese Aktivitäten gegenseitig, doch um deutlicher zu machen, wann ich im Auftrag der Hochschule und des Projekts unterwegs bin und wann als Privatperson, habe ich an der Hochschule offiziell eine freiberufliche Tätigkeit angemeldet.

Den Plan hatte ich schon lange, doch eigentlich wollte ich damit noch etwas länger warten und mein Profil noch etwas weiter schärfen. Nun ist es anders gekommen, und das hat bestimmt auch sein Gutes. In diesem Sinne saß ich heute zum ersten Mal ganz offiziell als Freie bei Starbucks – richtig schön stereotypisch, und ein bisschen 2000er. 😉

PS. Womit ich an den Start gehe, ist hier zu lesen.

Tisch mit Weihnachtskarten und Kaffeetasse

Monatsnotiz November 2019 – diesmal mit Musik und Sport

Nichts ist, wie es früher war,
und dir ist egal warum
Die Welt will dir ein Rätsel sein,
und sie schleudert dich herum und du schlägst
mit einem mächtigen Flügelpaar

Erstaunlich. Als ich anfing, diese Monatsnotiz zu verfassen, war ich sicher, dass es nicht besonders viel zu berichten gibt. Nachdem ich nun aber ein paar Minuten investiert und darüber nachgedacht habe, was so passiert ist, kommt deutlich mehr zusammen, als ich annahm. Vielleicht rührt daher mein zunehmend gefrustetes Grundgefühl und mein stetig wachsendes Bedürfnis nach einer Auszeit – mit anderen Worten: Ich bin langsam reif für die Weihnachtspause.

Rückblick: Veranstaltungen, Veranstaltungen …

E-Learning-Konferenz

Der Rückblick ist veranstaltungslastiger, als ich gedacht hätte. Am Anfang des Monats stand direkt unsere eigene E-Learning-Konferenz, für die wir Markus Deimann als Keynote-Speaker gewinnen konnten (Slides und Manuskript hier). In der Vergangenheit hatte die Konferenz teilweise sehr große Formen angenommen, mit Kooperationen mit dem Hochschulforum Digitalisierung oder E-Learning NRW und fast 200 Teilnehmer*innen. Ursprünglich ist sie jedoch als Vernetzungs- und Fortbildungsveranstaltung für unsere eigenen Lehrenden gedacht, und das war sie dieses Jahr auch wieder.

Campus Innovation

Als nächstes folgte die Campus Innovation in Hamburg mit AfterwOERk-Podcastaufzeichnung am Vorabend. Die Campus Innovation reizte mich, seit ich im Hochschulbereich arbeite. Als ordentliche Studentin der Uni Hamburg konnte ich sogar kostenlos teilnehmen, und da ich mal wieder auf eigene Kosten reiste, habe ich diesen Vorteil gerne genossen. Einen kleinen Einblick in die Konferenz gibt Gabi Reinmann hier. Besonders von Julian Nida-Rümelin war ich ein wenig beeindruckter als sie; einerseits, weil mich sein “humanistischer Optimismus” begeisterte, und andererseits, weil mich seine Vortragskunst komplett in den Bann zog. Ich glaube, er hat in anderthalb Stunden kein einziges Mal “Ähm” gesagt – das habe ich mir prompt als Fernziel für meine eigenen Präsentationen genommen.

Beim AfterwOERk sprach Christian Friedrich mit Lars Zimmermann; die Aufzeichnung gibt es hier. Da ich persönlich mich im Bereich Openness am besten mit Open Access auskenne, war es vor allem sehr spannend, einen ganz anderen Blick auf Openness kennenzulernen. Wenn Lars Zimmermann “Openness” sagt, hat er, glaube ich, ganz andere Bilder im Kopf als ich, und diese unterschiedlichen Sichtweisen treffen vermutlich auf viele in der CommunityTM zu.

Open-Access-Workshops

In der Woche danach gab es bei uns an der FH einen Tag mit Workshops zum Thema Open Access für den wissenschaftlichen Nachwuchs, die unsere Bibliothek zusammen mit der Universitätsbibliothek Bielefeld organisiert hat. Bereits letztes Jahr haben wir im Rahmen der International Open Access Week zusammen Veranstaltungen durchgeführt, die leider wenig Besucher*innen fanden. Umso mehr freute es uns, dass dieses Jahr wirklich viele Teilnehmer*innen kamen, darunter hauptsächlich Studierende.

Strategieworkshop

Direkt am folgenden Tag besuchte ich einen Strategieworkshop, den das Projekt [bridge] durchführte. Die Veranstaltung endete mit einer sehr gut umgesetzten Fishbowl-Diskussion, die jedoch inhaltlich einen gewissen Frust bei mir hinterließ. Ich will es mal so sagen: Es zeugt von einer gewissen kognitiven Dissonanz, wenn einerseits Nachhaltigkeit in Projekten gefordert wird, und andererseits bestimmte Themen, die als Daueraufgaben betrachtet werden könnten, an Hochschulen immer nur über Projektfinanzierung gefördert werden.

Ausblick mit Denkstoff

Da ich mal wieder spät dran bin, stehe ich schon wieder kurz vor der nächsten Präsenzphase meines Studiums. Nächste Woche findet die erste Methodenwerkstatt statt, bei der wir in die Geheimnisse des Design-Based Research eingeführt werden, nach dessen Grundsätzen wir unser mehrsemestriges Projektstudium durchführen werden. Ich habe bereits eine erste zaghafte Idee für ein Projekt, die in der Projektwerkstatt hoffentlich weiter reifen wird. Es geht – Überraschung! – um Open Access, und wahrscheinlich speziell um Open Access für Studierende bzw. Nachwuchswissenschaftler*innen.

Ich habe es natürlich prompt versäumt, meine ersten (freiwilligen) Aufgaben für das Studium rechtzeitig einzureichen – ich gelobe allerdings hiermit unter Zeugen, dass ich die Texte noch schreiben und hier im Blog veröffentlichen werde. Vielleicht setzt mich diese Ankündigung ausreichend unter Druck, dass ich es auch wirklich tun werde. 😉

Und sonst: It’s that time of year …

Endlich ist es wieder so weit! Die Biathlon-Saison hat begonnen. Passend dazu habe ich einen Podcast-Tipp: Die letzten beiden aktiven unter meinen Lieblingsathleten zeichnen zusammen das Biathlon-Doppelzimmer auf.

Und hier noch die Auflösung zum Zitat am Anfang des Textes – ein Lied, das phasenweise mein Lebensgefühl gut beschreibt (leider in grauenhafter Qualität): Mach das Licht aus, wenn du gehst. Immerhin ein mächtig’ Flügelpaar. In diesem Sinne, eine schöne Vorweihnachtszeit!

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

LEGO-Ente

Monatsnotiz Oktober 2019

Mithilfe der Ente im Beitragsbild verdeutlichte uns Kerstin Mayrberger beim Einstieg in die Mediendidaktik das konstruktivistische Prinzip.

Rückblick

Nicht nur rückblickend merke ich, dass der Oktober ein ziemlich voller Monat war: Ich habe ein neues Projekt und damit einen neuen Vertrag begonnen, ich bin in ein neues Studium gestartet und ich bin umgezogen. Eigentlich kein Wunder, dass mein Körper mir mit einem grippalen Infekt zwischendurch eine kleine Zwangspause verordnete.

Studium

Die erste Woche des Monats verbrachte ich im schönen Hamburg, das wettermäßig seinem Ruf größtenteils gerecht wurde – bis auf einige herrliche Stunden goldenen Oktobers am Feiertag, die ich für einen kurzen Abstecher an den Elbstrand nutzen konnte.

Wie bereits in meiner letzten Monatsnotiz erwähnt, studiere ich seit diesem Semester den Master Higher Education an der Uni Hamburg. Das Konzept verbindet Präsenzphasen mit längeren Online- bzw. Selbststudiumsphasen, um ein berufsbegleitendes Studium zu ermöglichen. Ganz am Anfang stand eine 5-tägige Präsenzphase, die uns Gelegenheit gab, die Lehrenden und unsere Kommiliton*innen kennenzulernen und uns mit den organisatorischen Abläufen vertraut zu machen. Darüber hinaus gab es bereits eine ganze Menge Lernstoff im ersten Modul, welches Hochschuldidaktik und Mediendidaktik abdeckt. Ein Schwerpunkt des Studiums liegt darin, ein auf den Prinzipien des Design-Based Research (DBR) fundiertes Projekt umzusetzen. Am letzten Tag konnten wir einen Einblick erhalten, wie ein solches Projekt aussehen kann, als höhere Semester bei einer Projektkonferenz ihre Ergebnisse vorstellten.

Einige Inhalte und Fragestellungen waren mir bereits bekannt, vor allem im Bereich der Mediendidaktik, und auch mit dem Konzept des DBR habe ich mich als Leserin von Gabi Reinmanns Blog schon einmal beschäftigt; ich merke aber, dass ich gerade dort noch viel tiefer einsteigen muss. Momentan sträube ich mich ehrlich gesagt ein wenig dagegen, dass mir für das Projekt ein methodischer Rahmen vorgegeben wird – wahrscheinlich, weil mir noch die Vorstellungskraft fehlt, wie ich eine meiner unfertigen Projektideen darauf passend machen kann. Im Dezember wird es jedoch u. a. auch bei einer weiteren Präsenzphase genau darum gehen, welche Ideen sich zur Umsetzung im Rahmen des Projektstudiums eignen, und ich hoffe, dass ich spätestens dann meine Unsicherheiten und meine ablehnende Haltung überwinden kann.

Projekt openaccess.nrw

Am 1. Oktober startete das über die Digitale Hochschule NRW (DH.NRW) vom nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium geförderte Vorprojekt openaccess.nrw. Die FH Bielefeld übernimmt hierbei die Konsortialführerschaft, und ich bin als Projektkoordinatorin tätig. Momentan bedeutet das vor allem, Termine zu koordinieren und sich mit nicht funktionierenden Webkonferenz-Tools herumzuschlagen. Nebenbei arbeite ich mich tiefer in die Materie ein und lese über Transformationsrechnungen, die feineren Details der DEAL-Verträge, aber auch verschiedene Sichten auf Openness im allgemeinen nach. Einer der spannendsten Aspekte in diesem Projekt wird in meinen Augen sein, die vollkommen unterschiedlichen Anforderungen zu erfassen und zu adressieren: Unter den 42 Hochschulen in NRW finden sich Fachhochschulen, die das Wort Open Access auf ihrer Website nicht einmal erwähnen, publikationsstarke Universitäten mit einem breiten Spektrum an Disziplinen und Kunsthochschulen, für die ein Forschungsbeitrag eine Ausstellung sein kann – und alles mögliche dazwischen.

HFDcon

Am 21. nahm ich in Bonn am diesjährigen Netzwerktreffen des Hochschulforums Digitalisierung teil, das insgesamt einen gemischten Eindruck bei mir hinterließ. Natürlich war ich als Bonnerin ein bisschen stolz auf die tolle Location im ehemaligen Bundestag. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass sich die zahlreichen Teilnehmer*innen zu sehr verliefen und ich am Ende viele Menschen nicht gesehen, geschweige denn gesprochen habe, auf die ich mich vorher gefreut hatte. Dennoch gab es eine kleine Re-union mit vielen Gesichtern der HFD-Summer-School.

Sehr gut gefiel mir die Keynote der Digital Changemakers – manch gestandener Vortragende könnte sich eine Scheibe von dieser erfrischenden Art der Präsentation abschneiden. Besonders im Vergleich dazu wirkte die Podiumsdiskussion etwas fad. Das Format hätte ich mir grundsätzlich spannender vorstellen können, wenn die Moderation spritziger und vielleicht auch ein wenig frecher gewesen wäre. Diskussionsstoff bietet das Thema Datenschutz/-sicherheit doch eigentlich genug.

Denkstoff: You know nothing, card T-shirts

An Allerheiligen, auf dem Weg zur cambio-Station, begann ich schon einmal, mir Gedanken über diese Monatsnotiz zu machen. Mir ging auf, dass ich oft, wenn ich mit einem neuen Projekt oder einem neuen Arbeits- oder “Forschungs”thema beginne, einen deutlichen Anflug von Impostor Syndrome habe. Sobald ich anfange, mich in ein Thema tiefer einzuarbeiten, wird mir erst einmal klar, wie viel ich nicht weiß, während ich mich vorher, im Status glorreichen Halbwissens, für eine grandiose Expertin hielt. Ich weiß, das ist vermutlich eine ganz normale Lernkurve, und Dunning-Kruger und so fort – trotzdem erwischt es mich immer wieder. Ist vielleicht auch gut so.

Als ich nun also vor mich hin lief und nachdachte, fiel mir eine mögliche Überschrift für diesen Abschnitt ein, und ich bat mein englisches Siri, eine Notiz anzulegen: “You know nothing, Kati Schulz”. Wie gut Siri Deutsch kann, seht ihr oben. Ein weiteres schönes Beispiel hat es aus “Küchenrolle” gemacht: “cushion the holler”. Ich schwöre, ich kann das CH richtig aussprechen, auch wenn ich im Rheinland aufgewachsen bin. Naja, selber schuld, wenn man prätentiös sein Handy auf Englisch einstellen muss. 😉 Vielleicht ist mein Siri in Wirklichkeit aber auch ein*e konkrete Poet*in.

Ein Schild, auf dem steht: "This table has been reserved for FCHULZ - thank you"
Ein weiteres Beispiel für die Kompatibilität meines Nachnamens mit der englischen Sprache.

Ausblick

Der November wird voraussichtlich weniger aufregend als der Oktober: Außer unserer eigenen E-Learning-Konferenz (mit Keynote von Markus Deimann) und der Campus Innovation stehen wohl keine Veranstaltungen für mich an. Die Teilnahme am Barcamp Lübeck muss ich mangels Urlaubstagen wahrscheinlich schon wieder canceln – irgendwie ist da der Wurm drin, bisher habe ich es noch nie geschafft.

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Zwei Strandkörbe mit der Aufschrift "SPO" auf einer Wiese, Abendhimmel mit Wolken

Es menschelt: ein Rückblick auf zwei ganz unterschiedliche Barcamps und ein bisschen allgemeine Barcampliebe

Im September besuchte ich nach längerer Barcamp-Pause gleich zwei sogenannte Unkonferenzen, die allerdings recht unterschiedliche Vertreter ihrer Art waren: das stARTcamp Hamburg meets HOOU und das Beachcamp Sankt Peter-Ording.

UnPodcast

Das Startcamp (wie ich es der Einfachheit halber nennen will, die Veranstalter*innen mögen mir verzeihen) wurde am Vorabend eingeläutet mit der Aufzeichnung eines UnPodcasts, bei dem jede*r – mehr oder weniger spontan – ein Thema einbringen konnte, über das er oder sie sieben Minuten mit dem Moderator Christian Friedrich sprechen wollte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das Format schon öfter ausprobiert wurde, und ich bin auch nicht sicher, ob es immer aufgehen würde. Als Teilnehmerin befürchtete ich, dass es langweilig sein könnte, später die Aufnahme zu hören und dass nur wir vor Ort das Format als spannend erlebten. Tatsächlich sind jedoch ganz unterschiedliche Gespräche entstanden, die alle interessant und kurzweilig zu hören sind. Diese Art des Podcasts steht und fällt sicherlich nicht nur mit den Themen, die die Menschen mitbringen, sondern auch damit, wie gut der/die Moderator*in umschalten und auf unterschiedliche Menschen eingehen kann, aber ich würde mir dennoch wünschen, mehr solche Experimente zu hören oder daran teilzunehmen. Es scheint eine gute Ergänzung zu Konferenzen oder Barcamps, um den Themen mehr Raum zu geben, die die Teilnehmer*innen mitbringen und um ggf. auch schon vorher die Vernetzung zu unterstützen. Mir hat es dabei geholfen, eine Frage zu formulieren, die mich sicher weiterhin beschäftigen wird: Wie können sich die Open-Access- und OER-Communities besser vernetzen, und was können sie voneinander lernen? Ohne UnPodcast hätte sich vielleicht auch nicht der Kontakt zu Gabi Fahrenkrog ergeben, die sich genau dieser Frage schon länger widmet, sodass wir am nächsten Tag direkt eine Session dazu anboten.

stARTcamp Hamburg meets HOOU

Das Startcamp war in der Hinsicht ein etwas unübliches Barcamp, als dass schon lange vorab Sessionvorschläge eingereicht werden konnten und sich so bereits vorher eine Art Programm auf der Website bildete. Das war vielleicht sowohl für Barcamp-Neulinge als auch für alte Hasen verwirrend: Denn für ein “richtiges” Programm fehlten die Zeit- und Raumangaben; und alle, die schon öfter auf Barcamps waren, wunderten sich, dass überhaupt vorab schon so detailliert geplant wurde, umso mehr, da auch noch eine Keynote und ein Workshop angekündigt wurden.

Letzten Endes waren dies jedoch nur milde Irritationen, die sich am Tag selbst schnell auflösten, da die Veranstalter*innen das Format und die etwas ungewöhnlichen Abweichungen ausführlich erklärten. Für die Besucher*innen, die sich aus sehr unterschiedlichen Bereichen rekrutierten, und von denen größere Teile keine Barcamp-Erfahrung hatten, waren die Formate sicherlich gut gewählt. Besonders der Einstieg mit einer Keynote sammelte das Publikum im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Martin Zierold vom Institut für Kultur- und Medienmanagement schaffte es in seinem Vortrag, dem hohen Anspruch einer “Inspirational Keynote” gerecht zu werden und gab einige Impulse, wie Kunst und Wissenschaft zur Lösung der ganz großen Fragen beitragen können: Wer sind wir? Wie wollen wir zusammenleben? Da ich mit meinem Rückblick recht spät dran bin, kann ich auf dieses Video hinweisen, das gerade erschienen ist und das einige der Punkte aus Zierolds Keynote aufgreift.

Der Sessionplan stellte sich dann so divers dar wie die Teilgebenden, und an einigen Stellen prallten sehr unterschiedliche Erfahrungswelten aufeinander. Ich bin z. B. mitunter fast schockiert, wie Mediennutzung, Lehren und Lernen mit digitalen Medien sowie Fragen des Datenschutzes außerhalb meiner FilterblaseTM gesehen werden. Umso wichtiger finde ich es, immer wieder mit anderen Sichtweisen konfrontiert zu werden und nicht immer nur im eigenen Saft zu köcheln – auch auf Twitter.

Beachcamp Sankt Peter-Ording

Das Beachcamp war 2015 mein erstes Barcamp, und es hat für mich den Standard gesetzt, was solche Veranstaltungen angeht. Das ist insofern etwas unfair, als auch dieses kein besonders typisches Barcamp ist. Es ist mit rund 70 Besucher*innen recht klein, es erstreckt sich i. d. R. von Donnerstagabend bis Samstagabend und die meisten Teilnehmer*innen übernachten direkt am Veranstaltungsort – es hat also eher den Charakter einer Klassenfahrt als den einer Konferenz. Dazu trägt natürlich auch die treue Fangemeinde bei.

Thematisch orientiert sich das Beachcamp oft an den Herausforderungen, die das digitale Arbeiten auf dem Land mit sich bringt: Es kommen hier viele Freiberufler*innen zusammen, die “irgendwas mit digital” machen und von guter Infrastruktur abhängig sind. Besonders inspirierend fand ich dieses Mal Christian Wieles Session zu KI und Anne Hansens Austausch dazu, was Freiheit für uns bedeutet. Nebenbei nahm ich auch gleich die Inspiration und die letzten guten Tipps mit, um dieses Blog endlich live zu schalten – im Sinne der Freiheit! In meiner eigenen Session zum Thema Wissenskommunikation (Wie können Wissenschaftler*innen bzw. “die Wissenschaft” sich der allgemeinen Öffentlichkeit besser verständlich machen? usw.) bekam ich interessante Impulse von Menschen, die der Wissenschaft nicht so nahestehen wie ich, und dies ist eine weitere Fragestellung, die ich in Zukunft genauer beackern möchte.

Die familiäre Gemeinschaft beim Beachcamp weiß ich einerseits sehr zu schätzen; auf der anderen Seite kommt es bei so viel Nähe auch leichter zu Spannungen und Überreaktionen. Manchmal findet man allerdings plötzlich über Themen wieder zueinander, von denen man es gar nicht erwartet hätte. Insofern lautet mein Fazit auch: Was wir von Barcamps lernen können, ist, offen aufeinander zuzugehen. Man weiß nie, was man dadurch gewinnt.

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Salzwiesen in St. Peter-Ording, blauer Himmel, Wolken

Monatsnotiz September 2019

Das Format der Monatsnotiz ist mal wieder etwas, das ich zuerst bei Markus Deimann und Christian Friedrich gesehen habe, welche die Inspiration dazu, glaube ich, wiederum irgendwo im Netz fanden. Ich finde das Format zu schön, um es nicht schamlos zu klauen. Ich hoffe, dass es mich einerseits dazu bringt, regelmäßig hier Beiträge zu verfassen und mir andererseits hilft, meine beruflichen und semi-beruflichen Erfahrungen systematisch ein wenig zu reflektieren.

Rückblick

Der September war ein barcamplastiger Monat für mich: Am 6.9. besuchte ich das stARTcamp meets HOOU in Hamburg inkl. UnPodcast am Vorabend, und eine Woche später habe ich es endlich einmal wieder zum Beachcamp SPO geschafft. Am Rückblick dazu schreibe ich gerade noch.

Um an den Barcamps teilnehmen zu können, habe ich mir jeweils Urlaub genommen. Möglicherweise wäre zumindest das stARTcamp sogar als Dienstreise durchgegangen – ich habe es ehrlich gesagt aber gar nicht versucht. Auch wenn die Barcamps (trotz Nordsee) für mich kein echter Urlaub waren und meine Arbeit sicherlich befruchten, wollte ich dabei die Freiheit haben, in Sessions zu gehen, die mich eher persönlich interessieren. Etwas schizophren ist es vielleicht dennoch, dass ich meine Uniform quasi nie ablege und die Diskussionen und Vorträge doch auch immer aus der Perspektive einer Hochschulmitarbeiterin verfolge. Das liegt aber wohl auch daran, dass ich meinen Job tatsächlich gerne mache und kein großes Bedürfnis habe, eine strenge Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben zu ziehen. Vielleicht kommt das irgendwann noch, wenn der Burnout mich einholt. 

In meiner „echten“ Arbeit drehte sich alles um ein Konzept für die hochschulweite Umsetzung von E-Klausuren, das ich Ende letzter Woche von meiner Seite fertiggestellt habe. Es ist ein bisschen schade, dass ich nun wieder mit anderen Dingen beschäftigt sein werde und das Konzept nicht selbst weiter durch die Gremien begleiten und umsetzen kann. Andererseits freue ich mich sehr auf das Projekt, in dem ich nun arbeiten werde.

Ausblick

Das bringt mich zum Ausblick: Der Oktober beginnt mit der ersten Präsenzwoche meines berufsbegleitenden Studiums an der Universität Hamburg. Ich bin natürlich sehr gespannt und hoffe, dass mich das Pensum nicht gleich umhauen wird. Denn wenn ich wieder in Bielefeld bin, wartet der Kick-off für das Projekt openaccess.nrw auf mich. 

Abgesehen davon werde ich Ende des Monats umziehen und zuvor noch die HFDCon in meiner Heimatstadt Bonn besuchen – auch hier werden sich Berufs- und Privatleben wohl wieder eng aneinanderkuscheln.

Denkstoff

Ich möchte das Format noch ergänzen um die Kategorie „Denkstoff“: Das sollen Themen sein, die mich gerade beschäftigen und über die ich viel nachdenke – vielleicht hilft mir das irgendwann dabei, mehr zu machen und weniger zu denken.

Natürlich beschäftigt mich dieses Blog, nachdem ich es nun endlich live geschaltet habe (und wenn es nur die Frage ist, wie lange ich es durchhalte, „das Blog“ zu schreiben, weil ich es aufgrund der Wortherkunft korrekter finde). Worüber und in welcher Form will ich hier schreiben? Nur über „Berufliches“? Wo verläuft überhaupt die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem, wenn ich im Urlaub zu Barcamps fahre? Und wer will das überhaupt lesen? Soll das irgendwohin führen, oder erfüllt es einen Zweck in sich? In diesem Sinne ist dieses Blog auch ein Selbstfindungsprojekt. Mal sehen, wohin es mich trägt.

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.