Autor: Katharina Schulz

Monatsnotiz März-Juli 2021

Die letzte Monatsnotiz kam schon mit ordentlicher Verspätung erst Mitte März (wobei das natürlich nur daran lag, dass ich warten wollte, bis ich die Neuigkeiten zu meiner Stelle an der TIB verkünden konnte 😉 ), und danach verging die Zeit schon wieder so schnell, dass ich gar nicht glauben kann, dass ich einen Rückblick auf fast fünf Monate schuldig bin. TIB Seit dem 1. April bin ich im BMBF-Projekt KOALA an der Technischen Informationsbibliothek (TIB) in Hannover tätig. Und wenn ich schreibe “in Hannover”, liegt das daran, dass das die Konvention zur Betitelung der Einrichtung ist, und nicht etwa daran, dass ich in Hannover arbeiten würde. Tatsächlich war ich noch kein einziges Mal dort (auch früher nicht, da ich z. B. auch die dortigen Open-Access-Tage wegen der Einführungswoche meines Studiums in Hamburg verpasste). Außer zweien kenne ich alle meine Kolleg:innen bisher ausschließlich virtuell und bin daher nicht sicher, ob sie vielleicht Zentauren oder Meerjungfrauen sind und nur obenrum menschlich aussehen. (Obwohl das vielleicht bei den Yoga-Übungen aufgefallen wäre, die wir mitunter zum Warm-up vor der …

Ein Regenbogen, der mit bunter Kreide auf Asphalt gemalt wurde

Check your privileges, oder: Wie ich einmal zwei Buchstaben in meiner Twitter-Bio ergänzte und nichts passierte

My computer thinks I’m gayPlacebo, “Too many friends” Anfang 2020, noch vor Corona, ergänzte in meiner Twitter-Biographie die zwei Buchstaben “bi”, gefolgt von einer Regenbogenflagge. Da ich vorher mehrere Wochen darüber nachgedacht und Für-und-Wieder abgewogen hatte, war es ein durchaus aufregender Schritt für mich – und so war es dann fast enttäuschend, dass im Folgenden genau gar nichts passierte (außer einer DM von einem mir unbekannten Menschen mit der Frage, ob ich aus Bielefeld komme, die möglicherweise eine Reaktion darauf war). Dass ich bisexuell bin, war mir klar, seit ich begann, andere Menschen attraktiv zu finden. Es hatte für mich auch immer eine gewisse Selbstverständlichkeit, denn ich fühle mich zu Menschen hingezogen und nicht zu ihrem Geschlecht. Ich finde es eher merkwürdig, dass es nicht allen Menschen so geht, aber hey, jede:r Jeck:in ist anders. Relativ bald nahm ich aber natürlich auch die ganzen Fehlwahrnehmungen, Vorurteile und Probleme wahr, die mit Abweichungen von der hetero-normativen Regel generell und mit dieser sexuellen Orientierung (auch ein merkwürdiger Begriff) im Speziellen verbunden sind. Diese Punkte sind hier sehr …

Koala sleeping on tree

Monatsnotiz Februar 2021

La, la, la, la, laLa, la, la, la, laLa, la, la, la, la, ohSuede, “Beautiful Ones” Der März ist schon wieder zur Hälfte vorbei, und ich bin noch eine Monatsnotiz für den Februar schuldig – aber ich habe natürlich nur deshalb so lange gewartet, damit ich euch meine beruflichen Neuigkeiten verraten kann. I am KOALA Die Tinte ist trocken, also kann ich den Koala aus dem Sack lassen: Ab dem 1.4. werde ich mit 50 % meiner Arbeitszeit das BMBF-geförderte Projekt KOALA an der TIB unterstützen. Die Frage, wie die Finanzierung von Open Access jenseits von APC aussehen kann, bewegt mich schon länger, und freue mich sehr darauf, an alternativen Lösungen in diesem Bereich mitarbeiten zu können. Mit den anderen 50 % werde ich mich weiterhin um Open Access und Publikationsservices an der FH Bielefeld kümmern. Dort stehen gerade etliche detailreiche Aufgaben an, die mich momentan ganz gut auf Trab halten, zu denen es aber nicht viel zu berichten gibt. Domain of One’s Own Nachdem es eine Weile ruhiger war, haben Christian und ich Ende …

Monatsnotiz Januar 2021

Min klocka har stannatunder dina ögonlockfladdrar drömmarna förbiinuti är du fjäderlätt och vitKent, “Utan dina andetag” Nachdem meine Katze ihren ersten Freigang auf sechs Wochen ausgedehnt hat und ich schon kurz davor war, die Hoffnung aufzugeben, ist sie seit Anfang Januar wieder bei mir. Sie hatte ordentlich abgenommen, mittlerweile hat sie aber wieder Normalgewicht erreicht und hat schon wieder Sehnsucht, draußen Abenteuer zu erleben. Ich will sie aber lieber erst wieder rauslassen, wenn es wärmer ist. Bis dahin weiß sie hoffentlich auch ihr Heim bei mir noch mehr zu schätzen und bleibt nur ein paar Stunden weg. Hauptberufliches Nach dem Projekt ist vor dem Projekt: Das Vorprojekt openaccess.nrw ist abgeschlossen, doch der Antrag für das Hauptprojekt ist eingereicht und wir sind gespannt darauf, wie darüber entschieden wird. Es dürfen gerne Daumen gedrückt werden! Rechtzeitig zur Antragseinreichung haben wir einen Abschlussbericht vorgelegt, der dank der umfangreichen Auswertungen der Erhebungen auf fast 600 Seiten kommt. Leider ist diese Version nur für den internen Gebrauch bestimmt. Wir werden aber noch ein Best Of erstellen, dass das dann auch …

Monatsnotiz November & Dezember 2020 und überhaupt (AKA Jahresrückblick 2020)

And it’s never going to be the same‘Cause the years are falling by like the rainIt’s never gonna be the same‘Til the life I knew comes to my house and saysHelloOasis, “Hello” Beim Wechsel auf den Kalender für 2021 fiel mir auf, dass ich seit Ende Februar die Monatsreflektion in meinem Guten Plan nicht mehr durchgeführt hatte. Der letzte Eintrag bei “Das wird eine Herausforderung” lautete “Corona?!” Tja, so viel dazu … Persönlich gab es 2020 für mich einige emotionale Achterbahnfahrten, die mit Corona eigentlich nichts zu tun hatten, aber dadurch nicht unbedingt leichter zu bewältigen waren. Wenn ich zurückblicke – und dafür sind die Monatsnotizen immer wieder hilfreich – stelle ich jedoch fest, dass trotzdem das Positive in diesem Jahr für mich persönlich überwiegt: Ich habe wieder einmal tolle Menschen getroffen (oder weiter in meinem Leben gehabt), die mich unterstützen und in der Not (oder auch im Alltag) für mich da sind und für die ich da sein kann. Ich habe trotz Enttäuschungen Erfolge feiern können und weiter das für mich vielleicht wichtigste Ziel …

Monatsnotiz Oktober 2020

Eine Katze frisst den ganzen TagDamit es ihr gut geht, will sie fressenHelge Schneider, “Katzeklo” openaccess.nrw Wirklich viel, über das ich berichten könnte, ist im Oktober nicht passiert. Die meiste Zeit habe ich dem Antrag gewidmet, den wir im Projekt openaccess.nrw vorbereiten – das ist kein Geheimis, denn der Antrag für ein anschließendes Hauptprojekt war von Anfang Teil des letzten Arbeitspakets. Ob und in welcher Form es umgesetzt wird, steht aber natürlich noch nicht fest, und die Weichen hierfür stellen wir gerade. Damit wir nicht noch über Weihnachten mit dem Antrag beschäftigt sind, werden im November entsprechende Stunden anfallen. Im Kolloquium Wissensinfrastruktur der UB Bielefeld habe ich über das Projekt und die Ergebnisse der Erhebungen berichtet – die Folien dazu gibt es hier. stARTcamp meets HOOU Beim diesmal virtuellen stARTcamp meets HOOU haben Christian Friedrich und ich eine Session zu Domain of One’s Own angeboten, die zwar nicht gerade überlaufen war, in der es aber eine schöne Diskussion gab. Zuvor hielt Mercedes Bunz eine Keynote, bei der ich das erste Mal seit langem das Gefühl …

Monatsnotiz August & September 2020

Excuse me, could I use your penI have mislaid my ownSomewhere out here in space and timeBetween this place and homeMaybe she lies on the subway platformForsaken and forlornAll of this and more and that’s not allI can’t recallLloyd Cole, “Past Imperfect” August und September standen ganz im Zeichen der Open-Access-Tage 2020, die vom 15. bis zum 17. September stattfanden. Als Ende 2018 das erste Mal die Idee aufkam, dass wir zusammen mit der UB Bielefeld die Open-Access-Tage durchführen, war ich sofort begeistert – damals hatten wir alle aber noch eine ganz andere Vorstellung davon, wie die Konferenz aussehen würde … #OAT20 Wie so viele Veranstaltungen dieses Jahr mussten die Open-Access-Tage 2020 von einem Präsenzformat in eine rein virtuelle Austragung umgeplant werden – Anfang April fiel diese Entscheidung. Das mag klingen, als hätten wir reichlich Zeit gehabt, um uns auf die Online-OAT20 vorzubereiten, doch in Wirklichkeit war es eine ziemliche Herausforderung. Es mussten wahnsinnig viele Detailentscheidungen getroffen werden, für die es kaum Präzedenzfälle gab, und zusätzlich mussten alle Aufgaben im nicht gerade kleinen Team virtuell …

Monatsnotiz Juni & Juli 2020

Tid … du är dig inte likKent, “Om du var här” Nun sind es schon wieder zwei Monate auf einmal, auf die ich zurückblicke – die Zeit verhält sich immer noch eigenartig in diesen Tagen. openaccess.nrw und Open-Access-Tage 2020 Hier ist einiges passiert in den letzten Wochen. Ich habe mehrere Beiträge zum Projekt bei den Open-Access-Tagen 2020 eingereicht: einen Vortrag über das Projekt, der in die Session “Open Access in den deutschen Bundesländern” eingehen wird; zusammen mit Kolleginnen aus dem Konsortium den Workshop openaccess.nrw – Umsetzungsoptionen für Open-Access-Services, der angenommen wurde, sowie ein Poster samt Screencast-Video, das sich derzeit in der überarbeiteten Fassung in der Begutachtung befindet. Des Weiteren habe ich zusammen mit einer Professorin von der FH Bielefeld einen Workshop zu einem meiner Lieblingsthemen eingereicht, der ebenfalls angenommen wurde: Open Access für den wissenschaftlichen Nachwuchs (das gleiche Thema hatte ich auch bei der re:publica eingereicht, und ich weiß übrigens immer noch nicht, ob der Beitrag angenommen worden wäre). Darüber hinaus werde ich das Organisations-Team mit Zoom-Schulungen im Vorfeld und als Moderatorin während der Veranstaltung …

Schiff der Küstenwache in Kiel

Monatsnotiz Nochnmonat & Nochnmonat 2020

If the world isn’t turningYour heart won’t returnAnyone, anything, anyhowTravis, “Love will come through” In diesen Tagen habe ich ein merkwürdiges Zeitgefühl, wie viele andere wohl auch. Die Zeit vergeht gleichzeitig wahnsinnig langsam und wie im Fluge. Alle Tage fließen ineinander über, und rückblickend ist alles irgendwie eine undefinierte Zeitmasse. Ich habe mich zwar mittlerweile an das Corona-Normal gewöhnt, aber normal ist es trotzdem nicht. Ich brauche für alles etwas länger als sonst, und meine Kräfte sind schneller aufgezehrt. Mag sein, dass andere die derzeitigen Umstände besser wegstecken als ich, aber ich glaube nicht, dass es irgendjemanden vollkommen kalt lässt. openaccess.nrw Im Projekt openaccess.nrw bereiten wir derzeit die Online-Bedarfserhebung vor, die Mitte des Monats starten soll und sich vor allem an die Wissenschaftler:innen an allen NRW-Hochschulen richtet. Obwohl die Umfrage online durchgeführt wird, erschwert die aktuelle Lage die Planung und Umsetzung doch ein wenig – Abstimmungsprozesse sind schwieriger, und Werbemaßnahmen wie Plakate, Flyer und Postkarten haben wenig Sinn. Wir hoffen, dass wir auch mit einer rein virtuellen Werbetrommel ausreichende Teilnahmezahlen erreichen. Am 27.5. habe ich …

Monatsnotiz März 2020: Was soll ich sagen …

Was anders wird, wohin es führt,Wie viel es bedeutet, was hier passiert,Wie lange es dauert, bis die Milch sauer ist,Wie viel man behält und wie viel man vergisst.In welcher Zeit – besser: wie viele Leben?Mit wie viel Raum und worüber noch reden?Und die Möbel noch umstellen, nur damit man vergisst,Was man noch hat, aber trotzdem vermisst? Kettcar, “Jenseits der Bikinilinie” Es ist der erste Samstag im Monat und normalerweise würde ich mich heute Nachmittag mit meinem Laptop zu Starbucks ins Café setzen, in meinem Hipster-Achtsamkeitskalender die Monatsreflexion ausfüllen und darauf basierend die entsprechende Monatsnotiz schreiben. Normalerweise. Mittlerweile wurde schon so viel über die Coronakrise geschrieben, dass man fast nur noch Allgemeinplätze beitragen kann. Ich hätte diese Notiz gerne geschrieben, ohne das Wort auch nur einmal zu erwähnen. Geht aber irgendwie nicht. Denn natürlich beeinflusst uns momentan nichts anderes so sehr, und das wird offensichtlich auch noch eine Weile so bleiben. Rückblick Ich bin tatsächlich erst seit dem 20. März im Home-Office (auch so ein lustiger denglischer Begriff, der im echten Englisch etwas ganz anderes bedeutet), …